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Rugby

Eine neue Sportart etabliert sich. Speziell für Tetraplegiker und alle deren Arm- und Handfunktionen beeinträchtigt sind, wurde diese erste Mannschaftssportart entwickelt, die auch Querschnittgelähmte mit einer höheren Tetraplegie integiert.

 

Was in Kanada begann und in den U.S.A., Australien und England schon lange begeistert gespielt wird, ist nun auch aufs Festland geschwappt. Holland, die Schweiz, ganz Skandinavien und auch Deutschland ist von Begeisterung gepackt.

Dieser Mannschaftssport wird auf einem normalen Basketballfeld gespielt. Aber sonst hat dieser Sport wenig mit dem Basketball gemein, denn er ist auf die zugeschnitten, die ihn spielen.

Der Ball ist ein Volleyball, mit dem sich in fast unbeschränkter Art zugespielt werden darf. Auch was den Rollstuhlkontakt betrifft , geht es heiß her. Bis auf wenige Ausnahmen ist fast jeder Rollstuhlkontakt erlaubt. Es darf gedrückt, gerammt und geblockt werden, um dem Mitspieler den Weg zur Torlinie freizumachen. Der direkte Körperkontakt ist hingegen streng verboten.

Je vier Spieler pro Mannschaft haben 4 x 8 Minuten effektive Spielzeit, um eine Torlinie von 8 Metern Breite so oft wie möglich mit dem Ball zu überfahren. Dem Tor vorgelagert ist eine 1,75 m tiefe Zone, in der sich nur drei Verteidiger und angreifende Spieler nur 10 Sekunden lang aufhalten dürfen. Durch Zeitlimits, die mal den Angreifer, mal den Verteidiger betreffen, kommt dieses Spiel nie ins Stocken. Um die Torlinie zu erreichen, ist viel taktisches Geschick und Zusammenspiel einer Mannschaft gefragt.

Wer dennoch gegen die Regeln verstößt und ein Zeitlimit überschreitet oder gefährlich spielt, der muß für eine Minute auf die Strafbank. Sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer entwickelt sich ein schnelles und spannendes aber auch sehr faires Spiel. In Deutschland spielen bisher vier Gruppen regelmäßig und einige weitere sind im Begriff sich zu formieren.

Die Arbeit des jüngsten Fachbereichs im DRS ist im Moment natürlich darauf ausgelegt, noch viele von diesem Spiel zu begeistern. Um nicht nur vor sich hin zu trainieren, sondern auch Spaß am Spiel zu haben, wird voraussichtlich im Winter 95/96 eine erster Spielbetrieb aufgenommen. Aber auch die schon länger Spielenden waren nicht untätig. 1994 wurde in Stoke Mandeville erste internationale Turniererfahrung gesammelt Nachdem im Mai 1995 die erste nationale Meisterschaft ausgespielt wurde, konnte die Auswahlmannschaft den 4. Platz (bei 8 Teilnehmern) bei der ersten Europameisterschaft in Göteborg erringen.

Rugby ist die Rollstuhlsportart mit den derzeit größten Zuwachsraten weltweit und auf dem besten Weg, paralympische Sportart zu werden.



Quelle: Deutscher Rollstuhl-Sportverband